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24.03.2020 08:08

Risikopatientin Dzsenifer (19)

«Draussen bin ich in Lebensgefahr»

Die 19-jährige Dzsenifer Fenyvesi hatte eine Lebertransplantation. Sie gilt als Corona-Hochrisikopatientin. Im Video spricht sie über ihren Alltag und ihre Ängste.

von
cse/juu

Dzsenifer (19) aus Bühler AR musste sich vor knapp 15 Jahren einer Lebertransplantation unterziehen. «Ich muss wegen des Spenderorgans Immunsuppressiva nehmen», erzählt sie. Diese verhindern ein Abstossen des Organs. Im vergangenen Jahr passierte dies dennoch beinahe. «Seither kann ich nicht mehr meiner Lehre im Gesundheitswesen nachgehen.» Mit ihrer Erkrankung gehört Dzsenifer zu den Hochrisikopatienten und muss strikt isoliert werden.

«Ich wäre dem Virus ausgeliefert»

Seit zwei Wochen darf sie nicht aus ihrer Wohnung. Für sie sei es sehr belastend, immer allein zu sein. «Zu Hause gefangen zu sein, ist sehr komisch. Am Anfang ist es mir sehr schwergefallen», erzählt sie. «Doch wenn ich angesteckt werde, bin ich dem Virus ausgeliefert.» Sie bringe sich in Lebensgefahr, wenn sie aus dem Haus gehe.

Trotz der strikten Quarantäne erhält sie von ihrem Freund noch Besuch. «Wenn er abends nicht kommen würde, würde ich durchdrehen», sagt sie. Die Besuche finden stets im Rahmen strikter Hygieneregeln statt: «Bevor wir uns sehen, gehe ich auf den Balkon und warte, bis er geduscht hat.»

Dzsenifer stört sich daran, dass sich anfangs viele nicht an die Regeln des Bundes gehalten haben. «Ich sehe auf Instagram viele Leute, die draussen sind», sagt sie. Daher wünsche sie sich, dass jetzt die generelle Ausgangssperre kommt – um Risikopatienten wie sie selbst zu schützen. «Ich war immer dagegen, aber mittlerweile sehe ich, wie viele leichtsinnige Menschen es gibt.»

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