Hier geht's zur aktuellen Website zurück
18.01.2020 20:48

Südirland

Das Dorf mit dem Oscar-Preisträger

Vor der südirischen Hafenstadt Baltimore kann man Wale sichten und – mit etwas Glück – den berühmten Burgherrn.

von
Dominik Buholzer
1 / 8

Zum Glück hatte Simon Duggan an jenem Wintermorgen seine Kamera mit dabei. Der Mittvierziger war mit seinem Hund entlang der Küste spazieren, als er plötzlich eine Gruppe Buckelwale erblickte. Duggan rannte zurück zum Hafen, schnappte sich ein Boot und fuhr mit einem Kollegen hinaus. Und dann passierte es: Auf einmal sprang ein riesiger Buckelwal aus dem Wasser – hinter dem Rücken einer Gruppe von Naturliebhabern, die auf dem Boot in die falsche Richtung blickte. Das war im Dezember 2012, und noch heute ist Duggans Foto überall in Baltimore zu sehen. Ein Bild für die Ewigkeit.

Baltimore ist einer der südlichsten Orte in Irland und bekannt für Whale-Watching. Fünf Anbieter gibt es in dem 323-Seelen-Dorf. Und wenn sich mal keines der riesigen Säugetiere vor der Küste aufhält, so wissen die Bootsführer, wohin sie gehen müssen, damit ihre Gäste Delfine oder zumindest Seelöwen zu Gesicht bekommen.

Burgherr Jeremy Irons

Die kleine Hafenstadt zieht nicht nur jene an, die schon lange mal einen Wal mit eigenen Augen sehen wollten, sondern auch Taucher, Vogelkundschafter und Freunde der guten Küche. Einige kommen auch seinetwegen: Jeremy Irons (71). Der Oscar-Preisträger («Die. Affäre der Sunny von B.», «Der Mann mit der eisernen Maske») hat sich zusammen mit seiner Frau hier in der Gegend eine Burg gekauft. Kilcoe Castle liegt in der Roaringwater Bay und wurde vom Clan der Dermod McCarty im Jahr 1450 gebaut. Im 16. Jahrhundert zählte das Anwesen zu den letzten Festungen, die den Engländern in die Hände fielen.

Irons hat die Burg für umgerechnet gut eine Million Franken wieder auf Vordermann gebracht. Sechs Jahre dauerten die Arbeiten. Dem Magazin «Vanity Fair» bot Irons vor drei Jahren einen Einblick in sein Reich. «Hier bin ich völlig geschützt und weit weg von allem. Das ist ein wunderbares Gefühl», gab er zu Protokoll.

Schweizerin leitet Bed and Breakfast

Es ist auch für die Bewohnerinnen und Bewohner von Baltimore ein gutes Gefühl, einen solchen Nachbarn zu haben. «Jeremy engagiert sich sehr stark für die Gemeinde und lässt sich immer wieder mal im Dorf blicken», sagt Sandra Carthy – vorausgesetzt, er stehe nicht gerade auf der Bühne oder vor der Kamera, schiebt sie nach.

Sandra Carthy betreibt seit 1997 zusammen mit ihrem Mann wenige Schritte vom Hafen entfernt das Fastet House, ein Bed and Breakfast. Sandra stammt ursprünglich aus der Schweiz, ihr Mann Ronnie aus Baltimore – und er hat schon so ziemlich jeden Job innegehabt, den man hier haben kann: Fischer, Barkeeper und Musiker. Zu seiner Gitarre greift er auch heute noch oft. Entweder, um damit die Gäste im Bushe's, dem Pub am Hafen, zu unterhalten, oder die Gäste in seinem Bed and Breakfast willkommen zu heissen. Baltimore hat Charme.

Unterstützung

Diese Reise wurde ermöglicht durch den Schweizer Irland-Spezialisten Rolf Meier Reisen. Die Redaktion von 20 Minuten ist auch bei der Berichterstattung zu Pressereisen unabhängig und bestimmt den Inhalt eigenständig.

Fehler gefunden?Jetzt Melden.